{"id":10970,"date":"2016-08-25T17:16:45","date_gmt":"2016-08-25T16:16:45","guid":{"rendered":"http:\/\/apo-troisdorf.de\/wordpress\/?p=10970"},"modified":"2016-09-01T13:22:51","modified_gmt":"2016-09-01T12:22:51","slug":"die-frau-im-islam","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/apo-troisdorf.de\/wordpress\/2016\/08\/25\/die-frau-im-islam\/","title":{"rendered":"Die Frau im Islam &#8211; Stellung wie sie nach dem Koran sein sollte (Vortrag gehalten in der Islam-Woche Darmstadt)"},"content":{"rendered":"<p>Dazu ein Beitrag aus dem Internet: einfach anklicken<!--more--><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.enfal.de\/grund88.htm\">http:\/\/www.enfal.de\/grund88.htm<\/a><\/p>\n<p>Informationszentrale D\u00e2r-us-Sal\u00e2m 1998<\/p>\n<p>2. Auflage<br \/>\nDas Urheberecht liegt beim Autor.<br \/>\nHrsg.: Informationszentrale<br \/>\nD&#038;acircr-us-Sal\u00e2m<br \/>\nRedaktion: Tilmann Schaible<\/p>\n<p>ISBN 3-932129-67-9<br \/>\nDieser Vortrag wurde gehalten im April 1986 im Rahmen der Islam-Woche in Darmstadt.<\/p>\n<p>Bismill\u00e2h<\/p>\n<p>DIE FRAU IM ISLAM<\/p>\n<p>Wie kaum ein anderes Thema aus dem Themenkreis &#8222;Islam&#8220; findet die Frage nach Stellung und Rolle der Frau im Islam das Interesse der hiesigen Bev\u00f6lkerung. Da dieses Interesse h\u00e4ufig mit Vorurteilen belastet und in jedem Fall sehr kritisch ist &#8211; und leider auch auf kaum einem anderen Gebiet qur&#8217;anische Vorschriften und historische und gesellschaftliche Wirklichkeit so weit auseinander klaffen wie in dieser Frage &#8211; ist eine glaubw\u00fcrdige und \u00fcberzeugende Darstellung recht schwierig. Hinzu kommt, dass ich mich zwar immer wieder mit diesem Thema besch\u00e4ftigt habe, aber letztlich doch nur Laie bin. Deshalb sollte man nicht mehr von meinen Ausf\u00fchrungen erwarten, als man von einem Laien eben erwarten kann.<\/p>\n<p>Es liegt schon einige Zeit zur\u00fcck, dass mich eine Kollegin fragte &#8211; immerhin Lehrerin ihres Zeichens &#8211; : &#8222;Wie konnten Sie blo\u00df Muslim werden, wo im Islam doch die Frauen keine Seele haben und nicht ins Paradies kommen!&#8220;. Wie gesagt, das ist schon l\u00e4nger her, und inzwischen, scheint mir, hat sich der Wissensstand bez\u00fcglich des Islams doch allgemein verbessert, so dass ein solches Vorurteil wohl nur noch selten anzutreffen sein wird. Dass Mann und Frau in ihrer Wesenheit und ihrem Wert vor Gott gleich sind, sei mit einigen von vielen Qur&#8217;an-Zitaten belegt: &#8222;Oh ihr Menschen, f\u00fcrchtet euren Herrn, Der euch aus einem einzigen Wesen erschaffen hat; aus diesem erschuf er ihm die Gef\u00e4hrtin, und aus beiden lie\u00df er viele M\u00e4nner und Frauen sich vermehren&#8230;&#8220; (Sure 4:1) &#8222;Und ihr Herr antwortete ihnen: Ich lasse das Tun desjenigen unter euch, der Gutes tut, gewiss nicht verloren gehen, sei es Mann oder Frau. Die einen sind von den anderen.&#8220; (Sure 3:195) &#8222;&#8230; Wer aber Gutes tut, sei es Mann oder Frau, und gl\u00e4ubig ist, diese werden ins Paradies eintreten.&#8220;(Sure 40:40)<\/p>\n<p>Alle religi\u00f6sen Pflichten, wie Gebet, Fasten, Armensteuer, Pilgerfahrt, Gutes tun und B\u00f6ses abwehren, sind der Frau ebenso vorgeschrieben, wie dem Mann: &#8222;&#8230; die wahrhaftigen M\u00e4nner und die wahrhaftigen Frauen, die standhaften M\u00e4nner und die standhaften Frauen, die dem\u00fctigen M\u00e4nner und die dem\u00fctigen Frauen, die M\u00e4nner, die Almosen geben, und die Frauen, die Almosen geben, die M\u00e4nner, die fasten, und die Frauen, die fasten, die M\u00e4nner, die ihre Keuschheit wahren, und die Frauen, die ihre Keuschheit wahren,&#8230; Allah hat ihnen Vergebung und gewaltigen Lohn bereitet.&#8220; (Sure 33:35).<\/p>\n<p>Aber auch in den meisten Rechten unterscheidet sich die Frau nicht vom Mann. Hier sollen nur einige genannt werden, die heute als Bedingung weiblicher Emanzipation gelten. Eines davon ist das Recht auf Eigentum und Erbschaft , das im europ\u00e4ischen Raum ja erst seit Beginn dieses Jahrhunderts ein Grundrecht der Frau ist. Die Frau kann frei \u00fcber ihr Eigentum verf\u00fcgen &#8211; freier sogar als der Mann, da sie keinerlei finanzielle Verpflichtungen gegen\u00fcber der Familie oder anderen Personen hat. Sie kann ihren Besitz ausgeben, vererben, verschenken oder in Gesch\u00e4fte investieren, ohne dass Ehemann, Vater oder irgend jemand anderes Einfluss darauf nehmen k\u00f6nnte. Die einzige Einschr\u00e4nkung bildet die Besteuerung, der sie wie jeder Mann unterliegt.<\/p>\n<p>Sie hat grunds\u00e4tzlich auch das Recht auf Arbeit. Unter Umst\u00e4nden kann sie sogar dazu verpflichtet werden, wenn es sich um Berufe handelt wie \u00c4rztin, Lehrerin etc., und wenn niemand anderes da ist, der diese Funktion erf\u00fcllen k\u00f6nnte. Davon abgesehen wird sie aber im Einzelfall entscheiden m\u00fcssen, wie weit sich die moralische Pflicht der Kindererziehung mit einer Berufst\u00e4tigkeit vereinbaren l\u00e4sst. In jedem Fall steht ihr aber f\u00fcr ihre Arbeit gleicher Lohn zu, wie einem Mann: &#8222;&#8230; Die M\u00e4nner sollen ihren Anteil erhalten nach ihrem Verdienst, und die Frauen sollen ihren Anteil erhalten nach ihrem Verdienst.&#8220; (Sure 4:32). Sollte eine Frau unbedingten Wert auf eine Berufst\u00e4tigkeit legen, so empfiehlt es sich, falls sie heiratet, sich mit dem zuk\u00fcnftigen Ehemann bereits vor der Ehe darauf zu verst\u00e4ndigen und dieses im Ehevertrag festzuhalten.<\/p>\n<p>Genau wie der Mann hat die Frau das Recht und die Pflicht, zu lernen. Allahs Gesandter (s) hat gesagt: &#8222;Das Streben nach Wissen ist Pflicht f\u00fcr jeden Muslim.&#8220; (Anas; Baihaqi). Leider ist das ein Punkt, wo die islamischen Grunds\u00e4tze und die Praxis der Muslime zum Teil weit auseinander klaffen. Hadithe wie der folgende finden da wenig Beachtung: Allahs Gesandter (s) hat gesagt: &#8222;&#8230; und wer drei T\u00f6chter aufgezogen hat, oder ihresgleichen von (seinen) Schwestern, und ihnen eine gute Erziehung gegeben hat, sie mit G\u00fcte behandelt hat, bis sich Allah ihrer annimmt, f\u00fcr den hat Allah das Paradies bestimmt.&#8220; Ein Mann fragte: &#8222;Allahs Gesandter, und bei zweien?&#8220; Er antwortete: &#8222;Und (auch) bei zweien&#8220;, so dass der Mann fragte: &#8222;Und bei einer?&#8220; Er antwortete: &#8222;Und auch bei einer.&#8220; (Ibn Abbas; Mischkat).<\/p>\n<p>Gleiches wie f\u00fcr Lernen und Ausbildung der M\u00e4dchen gilt f\u00fcr die Teilnahme der muslimischen Frau am gesellschaftlichen Leben. Zur Zeit des Propheten (s), die uns allen als Vorbild gilt, durfte nach einer Aussage Muhammads (s) den Frauen die Teilnahme am Gemeinschaftsgebet nicht verwehrt werden (wozu offensichtlich auch damals schon Tendenzen bestanden). Heute haben in manchen islamischen L\u00e4ndern Frauen keinen Zutritt zur Moschee, zumindest sind sie aber durch einen Sichtschutz von den M\u00e4nnern getrennt, was in der Moschee des Propheten nicht der Fall war und ist. Die Teilnahme am Gemeinschaftsgebet und ganz allgemein der Zutritt zur Moschee ist insofern wichtig, als die Moschee nicht nur ein Ort der Andacht und des Gebets ist, sondern immer auch ein Ort des Lernens, sozialer und politischer Versammlungen etc. In fr\u00fcherer Zeit wurden sogar Gesetze und Verordnungen von der Kanzel verk\u00fcndet. Einmal wetterte zum Beispiel der zweite Kalif Omar in einer Freitagspredigt gegen die Frauen, die eine viel zu hohe Brautgabe (Mahr) forderten, und wollte diese auf einen H\u00f6chstsatz beschr\u00e4nken. Da stand eine Frau auf und wies den Kalifen darauf hin, dass eine solche Regelung gegen Sure 4:20 versto\u00dfe. Der Kalif gab ihr Recht und sah von einer Neuregelung ab. Das sollte heute eine Frau wagen, mitten in der Freitagspredigt aufzustehen und das Staatsoberhaupt zurechtzuweisen! Es gibt aber, besonders in der fr\u00fchen Geschichte des Islams, viele andere Beispiele daf\u00fcr, dass Frauen des Propheten (s) zum Beispiel nach dessen Tod die Funktion von Lehrerinnen und Rechtsgelehrten \u00fcbernahmen, die von M\u00e4nnern und Frauen gleicherma\u00dfen konsultiert wurden. Aischa, seine j\u00fcngste Frau, f\u00fchrte sogar ihre Anh\u00e4nger in einer kriegerischen Auseinandersetzung mit einer anderen Partei an. Aber auch andere, &#8222;normale&#8220; Frauen nahmen im Notfall an Kampfhandlungen teil, waren Gesch\u00e4ftsfrauen, Krankenpflegerinnen usw. Beim sogenannten &#8222;Gel\u00fcbde von Aqaba&#8220; legten auch Frauen den Treueid ab, was durchaus eine politische Handlung darstellte.<\/p>\n<p>Diese Beispiele sollen gen\u00fcgen um zu zeigen, dass Frauen im Islam eine gesellschaftliche Rolle gespielt haben und das auch heute tun k\u00f6nnen, wenn sie es wollen. Aber da sind teilweise jahrhundertealte (nicht-islamische) Traditionen zu durchbrechen. Der Egoismus der M\u00e4nner steht dem ebenso entgegen, wie auch nicht selten geistige Tr\u00e4gheit auf Seiten der Frauen. Diese Frauen haben nicht gelernt zu lernen, und das wiederum m\u00fcssten ihnen die &#8211; in der Regel besser ausgebildeten &#8211; M\u00e4nner beibringen, die ihrerseits lernen m\u00fcssten, dass es ihrer m\u00e4nnlichen Ehre keinen Abbruch tut, wenn sie auch mal zum Putztuch greifen. Im Gegenteil &#8211; sie w\u00fcrden dem Beispiel des Propheten folgen, von dem \u00fcberliefert ist, dass er die Stube fegte, seine Kleider sauber hielt und, soweit es seine Zeit zulie\u00df, im Dienst seiner Familie stand.<\/p>\n<p>Gesellschaftlichen Aktivit\u00e4ten steht also nichts im Wege, vorausgesetzt allerdings, die moralischen Regeln, zu denen Frauen und M\u00e4nner verpflichtet sind, werden beachtet. Die Frau kann nur dann als Partnerin des Mannes fungieren, wenn sichergestellt ist, dass sie nicht als Objekt des Konsums und des Interesses der M\u00e4nner missbraucht oder auch nur bel\u00e4stigt wird. Dazu gibt es verschiedene Vorsichtsma\u00dfnahmen. Die augenf\u00e4lligste ist wohl die Kleidung der Frau, die alles bedecken soll, was einen Mann eventuell reizen oder zu Vergleichen anregen k\u00f6nnte. Innerhalb der Familie gelten die strengen Kleidervorschriften nicht, da dort keine Notwendigkeit daf\u00fcr besteht.<\/p>\n<p>Warum sich denn dann nicht auch die M\u00e4nner bedecken m\u00fcssen, werden wir oft gefragt. Nun, auch die Kleidung der M\u00e4nner darf nicht aufreizend sein. Hautenge Jeans, offenes Hemd und Kettchen auf M\u00e4nnerbrust sind bestimmt kein passender Anzug f\u00fcr einen Muslim! Dennoch sind die Vorschriften f\u00fcr die M\u00e4nner nicht ganz so weitgehend, wie f\u00fcr die Frauen, weil M\u00e4nner die Frauen in aller Regel doch wohl etwas anders anschauen als umgekehrt. Mir ist jedenfalls nicht bekannt, dass Frauen sich in gleicher Weise zum Beispiel \u00fcber die Beine eines Mannes auslassen w\u00fcrden, wie M\u00e4nner das bei Frauen tun.<\/p>\n<p>Leider sto\u00dfen wir mit unserer Kleidung, und insbesondere mit dem Kopftuch, nicht selten auf Unverst\u00e4ndnis in dieser Gesellschaft. Auch frisch \u00fcbergetretenen deutschen Muslimen bereitet das Tragen des Kopftuches manchmal Schwierigkeiten, weil die Haartracht der Frauen sich hier h\u00e4ufig kaum noch von der der M\u00e4nner unterscheidet, und weil das Haar nicht unbedingt als Geschlechtsmerkmal gesehen wird. Dass es immerhin als weiblicher Schmuck gilt, beweisen die Milliardenums\u00e4tze der Damenfriseure. W\u00e4hrend f\u00fcr unsere Umgebung besonders das Kopftuch ein Zeichen der R\u00fcckst\u00e4ndigkeit und Versklavung der muslimischen Frau ist, ist f\u00fcr diese selbst das Kopftuch oft ein Symbol der Befreiung von sexueller Ausbeutung der Frau. Wir wollen als Mensch gesehen werden und nicht als Sexualobjekt!<\/p>\n<p>Allerdings ist die Kleidung nur eine Ma\u00dfnahme zum Schutz, nicht nur vor sexueller Ausbeutung, sondern vor allem auch zum Schutz von Ehe und Familie. Mindestens ebenso wichtig sind Regelungen wie die, dass ein Mann und eine Frau, die nicht zum engeren Kreis einer Familie geh\u00f6ren, nicht allein in einem geschlossenen Raum zusammen sein d\u00fcrfen, dass man nicht miteinander flirtet oder tanzt, und dass man alles vermeidet, was Ehe und Familie unter Umst\u00e4nden gef\u00e4hrden k\u00f6nnte: &#8222;Sprich zu den gl\u00e4ubigen M\u00e4nnern, dass sie ihre Blicke zu Boden schlagen und ihre Keuschheit wahren sollen&#8230; Und sprich zu den gl\u00e4ubigen Frauen, dass sie ihre Blicke zu Boden schlagen und ihre Keuschheit bewahren sollen, und dass sie ihre Reize nicht zur Schau stellen sollen&#8230;&#8220; (Sure 24:30,31).<\/p>\n<p>Ehe und Familie gelten allgemein als die Keimzelle jeder intakten Gesellschaft. Und da das so ist, hat der Prophet (s) M\u00e4nnern wie Frauen immer wieder ans Herz gelegt, dass sie heiraten sollen, wenn sie nur irgend eine M\u00f6glichkeit dazu haben. Wie die folgenden Qur&#8217;an-Verse zeigen, stellt die Ehe an sich schon einen Wert dar und dient erst im weiteren Verlauf dem Zweck der Fortpflanzung: &#8222;Und unter Seinen Zeichen ist dies, dass Er Gattinnen f\u00fcr euch schuf aus euch selber, auf dass ihr Frieden in ihnen f\u00e4ndet, und Er hat Liebe und Z\u00e4rtlichkeit zwischen euch gesetzt. Hierin sind wahrlich Zeichen f\u00fcr ein Volk, das nachdenkt.&#8220; (Sure 30:21). &#8222;&#8230; Sie sind euch ein Gewand und ihr seid ihnen ein Gewand&#8230;&#8220; (Sure 2:187) u.a. Wie aus Qur&#8217;an und Hadith zu ersehen, ist in der Ehe auch die k\u00f6rperliche Liebe zwischen Mann und Frau nicht nur erlaubt, sondern durchaus positiv zu bewerten und ein Recht, das beide aneinander haben.<\/p>\n<p>\u00dcber die begl\u00fcckende Partnerbeziehung hinaus ist die Ehe aber nat\u00fcrlich auch Grundstein der Familie. Die islamische Familie ist nicht nur der Ort, wo die Kinder Geborgenheit erfahren und Urvertrauen in das Leben schlechthin entwickeln k\u00f6nnen, sondern sie ist auch der Ort, wo islamisches Verhalten grundgelegt und Wertvorstellungen und Normen weitergegeben werden. Das ist auch der Grund f\u00fcr die gro\u00dfe Bedeutung der Familie, besonders in unserer Zeit und in dieser Umwelt, wo es kaum irgendwo eine Gesellschaft gibt, die die Eltern in dieser wichtigen Aufgabe unterst\u00fctzen w\u00fcrde. Was nun die Verteilung der Aufgaben in der Familie angeht, so unterscheidet sich die islamische Vorstellung ganz klar von der in der westlichen Welt derzeit propagierten, dass Mann und Frau gleicherma\u00dfen einen Beruf aus\u00fcben und den Haushalt f\u00fchren und die Kinder erziehen sollten: Allahs Gesandter hat gesagt: &#8222;Jeder von euch ist ein Hirte, und jeder von euch ist f\u00fcr die ihm anvertraute Herde verantwortlich. Der Im\u00e2m, der die Leute leitet, ist ein Hirte und verantwortlich f\u00fcr die ihm anvertraute Herde. Der Mann ist ein Hirte f\u00fcr die Leute seines Haushalts und verantwortlich f\u00fcr die ihm anvertraute Herde. Die Frau ist Hirtin des Hauses ihres Gatten und seiner Kinder und verantwortlich f\u00fcr die ihr anvertraute Herde&#8230;&#8220; (Ibn Omar; Bukhari). Auch wenn, wie weiter oben gesagt, die Frau das Recht hat, einen Beruf auszu\u00fcben, so besteht doch gar kein Zweifel, dass grunds\u00e4tzlich die wichtigste Aufgabe der Frau die Sorge f\u00fcr die Familie und die Erziehung der Kinder ist.<\/p>\n<p>Damit sie sich mit ganzer Kraft dieser Aufgabe widmen kann, ist sie von der Sorge f\u00fcr den Lebensunterhalt befreit &#8211; das ist Aufgabe des Mannes. Wenn sie freiwillig dazu beitragen m\u00f6chte, so steht ihr das frei &#8211; verpflichtet werden kann sie nicht. Auch Kochen und Putzen geh\u00f6ren nicht notwendigerweise zu ihren Pflichten. Wenn das Einkommen des Mannes es erlaubt, k\u00f6nnte sie sich zum Beispiel schon im Ehevertrag eine Haushaltshilfe ausbedingen. Wichtiger ist, dass sie daf\u00fcr sorgt, dass Mann und Kinder und nicht zuletzt sie selbst die Familie als einen Ort der Ruhe und der Geborgenheit erfahren, als einen Ort, wo man Luft sch\u00f6pfen und auftanken kann, um die Aufgaben, die das Leben an einen stellt, kraftvoll und gelassen, ohne Hektik und Aggressivit\u00e4t anzugehen. Das ist aber kaum darzustellen, wenn beide Ehepartner im Berufsleben stehen. Solange die Kinder gesund sind und auch sonst alles glatt l\u00e4uft, ist das vielleicht kein Problem, aber wehe, wenn die Kinder krank sind, wenn Schulschwierigkeiten auftauchen, selbst wenn man nur aktiv an Schulveranstaltungen teilnehmen will &#8211; und und und, dann ist selbst bei Teilzeitarbeit von Ruhe und Gelassenheit meist nicht mehr die Rede.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich k\u00f6nnte auch der Mann zu Hause bleiben und diesen Teil der Pflichten \u00fcbernehmen, das ist nicht verboten. Doch scheint es, dass in der Regel die traditionelle Arbeitsteilung am ehesten den verschiedenen Begabungen und F\u00e4higkeiten von Mann und Frau entspricht. Die M\u00e4nner sind nicht nur physisch st\u00e4rker, sondern meistens auch im psychischen Bereich etwas robuster, was sich beispielsweise bei der Durchsetzung von Interessen zeigt. Daf\u00fcr besitzen Frauen h\u00e4ufig mehr Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen und k\u00f6nnen das auch unter Umst\u00e4nden sehr profitabel einsetzen. Das Durchsetzen von Interessen dagegen f\u00e4llt Frauen, besonders wenn es mit einem Verlust an Sympathien verbunden ist, oft schwerer.<\/p>\n<p>Wie weit bestimmte Verhaltensmuster angeboren oder anerzogen und durch Identifikation \u00fcbernommen sind, kann hier nicht entschieden werden. Doch beobachte ich als Mutter und Lehrerin immer wieder, dass M\u00e4dchen schon im Kleinkindalter mehr Einf\u00fchrungsverm\u00f6gen zeigen und deshalb leichter zu lenken sind (und nicht etwa, weil man von vornherein auf M\u00e4dchen mehr Druck aus\u00fcben w\u00fcrde!). Sp\u00e4ter dann sind beispielsweise M\u00e4dchenfreundschaften meist ganz anders als Jungenfreundschaften. M\u00e4dchen bevorzugen Zweier- oder Dreierbeziehungen, in denen man sich kleinere oder gr\u00f6\u00dfere Geheimnisse anvertraut, viel miteinander tuschelt und kichert und insgesamt viel ruhiger (von der Lautst\u00e4rke her) miteinander umgeht. Jungen dagegen spielen eher in gr\u00f6\u00dferen Gruppen. Das miteinander Sprechen ist weniger wichtig als bei den M\u00e4dchen, daf\u00fcr steht die gemeinsame Aktion im Vordergrund. Ich w\u00fcsste nicht, dass das Verhalten der Kinder hier auf Einflussnahme oder Vorbild der Eltern zur\u00fcckgef\u00fchrt werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Solche und andere Beobachtungen haben mich &#8211; im Gegensatz zu dem, was ich fr\u00fcher einmal gelernt habe &#8211; zu der \u00dcberzeugung gebracht, dass geschlechtsspezifisches Verhalten nicht nur anerzogen ist, und durch gezielte Ma\u00dfnahmen zwar beeinflusst, aber nicht nivelliert werden kann. Deshalb scheint auch mir in aller Regel die Frau, nicht nur, weil sie durch Schwangerschaft und Geburt eine besondere Beziehung zum Kind h\u00e4tte, sondern durch ihre gesamten psychischen und emotionalen Anlagen und F\u00e4higkeiten, eher pr\u00e4destiniert, die Aufgaben der Kindererziehung wahrzunehmen &#8211; auch heute noch und auch in unseren Breiten. Das soll nicht hei\u00dfen, dass V\u00e4ter ihre Kinder nicht erziehen sollten oder k\u00f6nnten, doch tun sie es eben anders. V\u00e4ter betonen h\u00e4ufig st\u00e4rker den kognitiv pragmatischen Bereich und lassen sich meist doch nicht in gleichem Ma\u00df auf die Kinder ein wie die M\u00fctter, was eine sehr hilfreiche und n\u00fctzliche Erg\u00e4nzung darstellt. So gelingt es nach meiner Erfahrung auch den berufst\u00e4tigen V\u00e4tern viel besser als den berufst\u00e4tigen M\u00fcttern, w\u00e4hrend der Arbeit ihre h\u00e4uslichen Sorgen und \u00c4rgernisse aus dem Bewusstsein zu streichen!<\/p>\n<p>Wie hoch aus islamischer Sicht die Bedeutung der Mutter einzusch\u00e4tzen ist, zeigt der folgende Hadith: Ein Mann kam zu Allahs Gesandtem (s) und sagte: &#8222;Allahs Gesandter, wer hat das gr\u00f6\u00dfte Anrecht darauf, dass ich ihm ein guter Gef\u00e4hrte bin?&#8220; Er antwortete &#8222;Deine Mutter.&#8220; Er fragte: &#8222;Und wer dann?&#8220; Er antwortete: &#8222;Deine Mutter.&#8220; Er fragte (wieder): &#8222;Und wer dann?&#8220; Er antwortete: &#8222;Deine Mutter.&#8220; Er fragte: &#8222;Und wer dann?&#8220; Er antwortete: &#8222;Dein Vater.&#8220; (Abu Huraira; Bukhari).<\/p>\n<p>W\u00fcnschenswert w\u00e4ren allerdings geistig emanzipierte, gut ausgebildete M\u00fctter, die ihren Kindern neben einer aufgekl\u00e4rten islamischen Erziehung auch ein Gef\u00fchl f\u00fcr den Wert von Wissen und Leistung mitgeben k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Da, wie bereits gesagt, im Normalfall der Mann f\u00fcr den Unterhalt der Familie sorgt, ist er auch der Haushaltungsvorstand. Das ist keine exklusiv islamische Regelung, sondern auch bei deutschen \u00c4mtern gilt derjenige als Haushaltungsvorstand, der \u00fcberwiegend den Lebensunterhalt der Familie bestreitet. Im Qur&#8217;an lesen wir:&#8220;Die M\u00e4nner sind die Verantwortlichen \u00fcber die Frauen, weil Allah die einen vor den anderen beg\u00fcnstigt hat, und weil sie von ihrem Verm\u00f6gen hingeben&#8230;&#8220; (Sure 4:34). Meistens wird dieser Vers so gelesen, als st\u00fcnde da &#8222;weil Gott die M\u00e4nner vor den Frauen ausgezeichnet hat&#8220;. Tats\u00e4chlich steht aber hier nur ganz allgemein, dass Er &#8222;einige von ihnen vor den anderen ausgezeichnet hat&#8220;, wobei keineswegs eindeutig ist, wer die einen und die anderen sind. Sicher ist aber, dass Gott die Menschen in unterschiedlicher Weise begabt hat, wobei der Vorzug des einen nicht den Nachteil des anderen bedeuten darf, sondern f\u00fcr den so Ausgezeichneten mit gr\u00f6\u00dferen Verpflichtungen verbunden ist, was in der Ehe genauso gilt, wie in der \u00fcbrigen Gesellschaft.<\/p>\n<p>Nun lesen wir aber weiter in Sure 4:34: &#8222;Darum sind tugendhafte Frauen die Gehorsamen (q\u00e2nit\u00e2t) und die in Abwesenheit (ihrer Gatten) das bewahren, was Gott ihnen zu bewahren aufgab&#8230;&#8220; &#8211; Hei\u00dft das denn nicht, dass die Frau, wenn der Mann befiehlt, gehorchen muss? Das Wort qun\u00fbt bedeutet Gehorsam gegen\u00fcber Gott, Gottergebenheit, und q\u00e2nit\u00e2t sind Frauen, die gottergeben sind. So hei\u00dft es auch in Sure 33:35, dass Gott den &#8222;gl\u00e4ubigen M\u00e4nnern und den gl\u00e4ubigen Frauen, den gehorsamen M\u00e4nnern (q\u00e2nit\u00een) und den gehorsamen Frauen (q\u00e2nit\u00e2t), den wahrhaftigen M\u00e4nnern und den wahrhaftigen Frauen&#8230;&#8220; vergeben und sie belohnen wird. Grunds\u00e4tzlich gibt es f\u00fcr den Muslim, Mann oder Frau, keinen Gehorsam in Dingen, die gegen den Willen und das Gesetz Gottes versto\u00dfen. Gehorsam schuldet man da, wo die Rechte eines anderen betroffen sind, und es wird von jedem Muslim erwartet, dass er im Interesse einer Sache seinen Willen dem seines jeweiligen Am\u00eers (F\u00fchrers) unterordnet, wenn trotz gleichberechtigter Beratung keine einvernehmliche Entscheidung gefunden werden kann. Das gilt wiederum f\u00fcr die Ehe genauso wie f\u00fcr die \u00fcbrige Gesellschaft. Sollte jemandem dabei Unrecht geschehen, so hat er die M\u00f6glichkeit, unparteiische Schiedsrichter oder notfalls das Gericht einzuschalten.<\/p>\n<p>Leider muss gesagt werden, dass es besonders unter ungebildeten Muslimen nicht wenige M\u00e4nner gibt, die ein geradezu despotisches Regime \u00fcber ihre Familien f\u00fchren. Solches Verhalten ist unislamisch, denn dagegen steht das Beispiel des Propheten (s), wie auch allgemeine Grunds\u00e4tze des Islams, wie die Forderung nach Gerechtigkeit, G\u00fcte und Mitgef\u00fchl. Dar\u00fcber hinaus geh\u00f6rt es zu den Zeichen der Gl\u00e4ubigen, dass &#8222;ihr Handeln eine Sache gegenseitiger Beratung&#8220; ist. Dass dieser Grundsatz auch f\u00fcr das Verh\u00e4ltnis zwischen Mann und Frau gilt, zeigt Sure 2:233, wo es hei\u00dft, dass geschiedene Eheleute \u00fcber die Entw\u00f6hnung eines gemeinsamen Kindes nur nach gegenseitiger Beratung entscheiden k\u00f6nnen. Leider sind solche Ma\u00dfregeln den M\u00e4nnern, und oft auch den ebenso unwissenden Frauen, wenig gel\u00e4ufig. Dagegen ist nur mit Aufkl\u00e4rung, Diplomatie und Geduld anzugehen.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit dem Schlagen der Frauen. Obwohl man nicht sagen kann, dass Orientalinnen mehr geschlagen w\u00fcrden als Europ\u00e4erinnen, so scheint es dort doch M\u00e4nner zu geben, die dieses f\u00fcr ihr gutes Recht halten. Ein Grund daf\u00fcr mag Sure 4:34 sein, wo es hei\u00dft: &#8222;&#8230; Und jene, von denen ihr Widerspenstigkeit (nusch\u00fbz) bef\u00fcrchtet, ermahnt sie, lasst sie allein in den Betten und straft sie.&#8220; Nusch\u00fbz bedeutet &#8222;Verletzung der ehelichen Pflichten, Feindseligkeit, Antipathie&#8220;. Wenn man als Europ\u00e4erin diesen Vers liest, empfindet man ihn zun\u00e4chst fast als Freibrief f\u00fcr Misshandlung der Frauen. Tats\u00e4chlich stellt er aber eine starke Einschr\u00e4nkung ehemaliger Praktiken dar, die dem Ehemann erlaubten, \u00fcber seine Frau nach Belieben zu verf\u00fcgen. Der Prophet selbst schlug seine Frauen nie und sprach sich auch immer wieder gegen das Schlagen aus. &#8222;Wie k\u00f6nnt ihr eure Frauen schlagen und hinterher mit ihnen schlafen&#8220;&#8230;, &#8222;Die ihre Frauen schlagen, sind nicht die besten unter euch&#8220;, oder auch direkt &#8222;Schlagt Allahs M\u00e4gde nicht&#8220;. Nachdem aber die M\u00e4nner sich beschwerten und meinten, die Frauen verletzten aber ihre ehelichen Pflichten, wurde als Limit dieser Vers offenbart, der jegliches Schlagen im Affekt verbietet, was 99% aller F\u00e4lle ausmachen d\u00fcrfte. Selbst bei drohender ehelicher Untreue, die aus islamischer Sicht eine schwere Verfehlung darstellt, muss der Mann die Frau zun\u00e4chst ermahnen, und wenn sie sich uneinsichtig zeigt, sich des ehelichen Verkehrs enthalten (was ihm vielleicht schwerer f\u00e4llt als ihr), und erst als letzte Ma\u00dfnahme darf er sie schlagen, aber nicht hart und nicht ins Gesicht, wie andere Hadithe zeigen.<\/p>\n<p>Wenn die Frau ihrerseits Nusch\u00fbz seitens des Mannes bef\u00fcrchtet (Sure 4:128), wird ihr empfohlen, mit diplomatischen Mitteln den Mann zur Vernunft zu bringen. Schlagen ist zwar nicht verboten, erscheint aber angesichts der physischen \u00dcberlegenheit des Mannes wenig empfehlenswert. Wenn diplomatische Mittel nichts fruchten, kann sie entweder Schiedsrichter aus ihrer und seiner Familie zu Hilfe rufen oder sich an das Gericht wenden, das ihr &#8211; eventuell unter Strafanwendung &#8211; zu ihrem Recht verhilft. Sowohl das Schlagen des Mannes als auch Strafe durch den Richter sind offensichtlich der letzte Versuch, einen Ehepartner zur Vernunft zu bringen, bevor es zur Scheidung kommt, die im Islam zwar erlaubt, aber nicht erw\u00fcnscht ist. Sollte ein Mann seine Frau heftig und im Affekt schlagen, so w\u00fcrde er gegen den obengenannten Vers versto\u00dfen und h\u00e4tte der Frau damit einen Scheidungsgrund geliefert, der, falls die Ehe geschieden wird, mit finanziellen Konsequenzen f\u00fcr ihn verbunden ist.<\/p>\n<p>Bevor ich zum Schluss komme, m\u00f6chte ich noch einige S\u00e4tze zur Mehrehe sagen, die uns Europ\u00e4ern so ganz und gar exotisch erscheint, obwohl sie in nicht-legalisierter Form, als &#8222;Verh\u00e4ltnis&#8220;, in unseren Breiten ungleich viel h\u00e4ufiger praktiziert wird und in dieser Form auch kaum noch Ansto\u00df erregt.<\/p>\n<p>Der einzige Vers im Qur&#8217;an, der sich mit der Mehrehe befasst, lautet folgenderma\u00dfen: &#8222;Und wenn ihr f\u00fcrchtet, dass ihr die Waisen nicht gerecht behandelt, dann heiratet Frauen, die euch genehm d\u00fcnken, zwei, drei oder vier; und wenn ihr f\u00fcrchtet, dass ihr nicht billig handelt, dann (heiratet nur) eine oder was eure Rechte besitzt. Also k\u00f6nnt ihr das Unrecht eher vermeiden.&#8220; (Sure 4:3). Wie man sieht, stellt dieser Vers kein Gebot, sondern eine Erlaubnis dar, die f\u00fcr die damalige Zeit eine Einschr\u00e4nkung bedeutete, da vorher die Zahl der Frauen unbegrenzt war. Der Vers wurde offenbart, als in kriegerischen Auseinandersetzungen viele M\u00e4nner get\u00f6tet worden waren und dadurch viele Frauen und Kinder unversorgt waren, die damals nicht die M\u00f6glichkeiten hatten, wie wir heute, sich selbst \u00fcber Wasser zu halten. Um einerseits die Waisen wirtschaftlich abzusichern und ihnen die Geborgenheit der Familie zu geben, und um andererseits einer Gef\u00e4hrdung der \u00f6ffentlichen Moral vorzubeugen, durften die M\u00e4nner bis zu vier Frauen heiraten, aber auch nur, wenn sie sicher waren, dass sie alle gleich behandelten. Heute ist die Mehrehe f\u00fcr muslimische Frauen statistisch gesehen kaum ein Problem. In geh\u00e4ufter Form kann sie ohnehin nur bei gro\u00dfem Frauen\u00fcberschuss, beispielsweise nach Kriegen, auftreten. Dar\u00fcber hinaus stehen ihr finanzielle Erw\u00e4gungen entgegen: Jede weitere Frau hat Anspruch auf eine standesgem\u00e4\u00dfe Brautgabe, eigenes Haus oder Wohnung, angemessenen Unterhalt usw&#8230;, und eine Ehe ist bei Nicht-mehr-Gefallen nicht so leicht zu l\u00f6sen wie hierzulande ein l\u00e4stig gewordenes Verh\u00e4ltnis! Deshalb ist der Prozentsatz der Mehrehen minimal. Wenn aber eine Frau dennoch Bef\u00fcrchtungen in dieser Richtung hat, so kann sie sich im Ehevertrag dagegen absichern, durch eine Klausel, die ihr, wenn der Mann eine andere Frau heiratet, das Recht gibt, sich scheiden zu lassen.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang sei erw\u00e4hnt, dass ein guter Ehevertrag immer dann besonders n\u00fctzlich ist, wenn die Brautleute aus sehr unterschiedlicher Umgebung stammen, beispielsweise aus einem europ\u00e4ischen und einem orientalischen Land. Nach dem Prinzip, dass im Islam alles erlaubt ist was nicht durch Qur&#8217;an oder Sunna verboten wurde, kann man in einen solchen Vertrag viel von dem einbringen, was einem pers\u00f6nlich am Herzen liegt und wovon man meint, dass es f\u00fcr den Ehepartner nicht von vornherein selbstverst\u00e4ndlich ist.<\/p>\n<p>Der Frau ist die Mehrehe nicht gestattet, nicht nur, weil sie im sexuellen Bereich bestimmten Beschr\u00e4nkungen unterliegt &#8211; in der Zeit der Periode und vor und nach Geburten &#8211; und auch nicht nur, weil sie physisch und psychisch \u00fcberfordert w\u00e4re, mehreren M\u00e4nnern samt ihren Kindern gerecht zu werden. Der Hauptgrund liegt wohl darin, dass der Mann unbedingt verpflichtet ist, f\u00fcr seine Kinder zu sorgen. Bei mehreren M\u00e4nnern best\u00fcnde die Gefahr, dass sie sich entweder um die Kinder streiten oder sich aus der Verantwortung ziehen k\u00f6nnten &#8211; insgesamt also eine wenig praktikable Angelegenheit.<br \/>\nDieser Vortrag ist der Beitrag einer deutschen Muslima zum Thema &#8222;Frau im Islam&#8220;. Es ist durchaus m\u00f6glich, dass ein Muslim aus einem anderen Land mit anderen Gebr\u00e4uchen einige Dinge anders sieht und interpretiert als ich. Qur&#8217;an und Sunna stecken \u00e4hnlich einer Verfassung den Rahmen ab, in dem wir uns bewegen, und wie diese werden sie zu unterschiedlichen Zeiten und an verschiedenen Orten unterschiedlich ausgelegt. Von dem bekannten Gelehrten Sch\u00e2fi&#8217;i wird beispielsweise berichtet, dass er zur gleichen Rechtsfrage in Medina, wo er zun\u00e4chst gewohnt hatte, ein anderes Rechtsgutachten abgab als sp\u00e4ter in Bagdad, weil die Bedingungen in beiden St\u00e4dten unterschiedlich waren. Wir Muslime neigen leider manchmal dazu, verschiedene Sichtweisen f\u00fcr sch\u00e4dlich und zersetzend zu halten, und w\u00fcrden uns doch so viele harte Dispute ersparen, wenn wir unsere Verschiedenartigkeit als Bereicherung und einander erg\u00e4nzend begreifen w\u00fcrden! Letztlich ist doch nur Gott im Besitz der absoluten Wahrheit. Deshalb m\u00f6chte ich schlie\u00dfen mit den Worten wa-ll\u00e2hu a&#8217;lam &#8211; und Gott wei\u00df es am besten!<\/p>\n<p>@ Ekrem Yolcu<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dazu ein Beitrag aus dem Internet: einfach anklicken<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-10970","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemeines"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/apo-troisdorf.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10970","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/apo-troisdorf.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/apo-troisdorf.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/apo-troisdorf.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/apo-troisdorf.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10970"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/apo-troisdorf.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10970\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10976,"href":"https:\/\/apo-troisdorf.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10970\/revisions\/10976"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/apo-troisdorf.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10970"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/apo-troisdorf.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10970"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/apo-troisdorf.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10970"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}