{"id":11061,"date":"2016-10-22T10:51:47","date_gmt":"2016-10-22T09:51:47","guid":{"rendered":"http:\/\/apo-troisdorf.de\/wordpress\/?p=11061"},"modified":"2016-10-22T10:58:21","modified_gmt":"2016-10-22T09:58:21","slug":"frauen-im-koran-gleichberechtigung-in-algerien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/apo-troisdorf.de\/wordpress\/2016\/10\/22\/frauen-im-koran-gleichberechtigung-in-algerien\/","title":{"rendered":"Frauen im Koran &#8211; Gleichberechtigung in Algerien"},"content":{"rendered":"<p>Die Wegbereiterin f\u00fcr diese Entwicklung in Algerien ist die Frauenrechtlerin und Filmemacherin Assia Djebar (leider verstorben). Algerien zeigt in hervorragender Weise wie sich eine Gesellschaft mit den Frauen unter dem Koran entwickeln kann. Lesen Sie dazu einen Beitrag des Spiegels. einfach anklicken <!--more--><br \/>\nZitiert von <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-55508040.html\" target=\"_blank\">www.spiegel.de<\/a><!\n\n\n<blockquote>\nALGERIEN<\/p>\n<p>Zigarettengeld f\u00fcr den Ehemann<br \/>\nSie fahren Z\u00fcge, sind Richterinnen und stellen das Gros der Studenten: In keinem anderen arabischen Land wird die Gleichberechtigung \u00e4hnlich ernst genommen.<br \/>\nAn der kleinen Tankstelle am Boulevard Bougara im Zentrum Algiers herrscht schon am fr\u00fchen Morgen Betrieb. Autos werden betankt, gewaschen und inspiziert. Hier muss \u00d6l nachgef\u00fcllt werden, dort frisst der gro\u00dfe Staubsauger Kr\u00fcmel aus den Polstern.<br \/>\nMoudjed Naima, 32, tr\u00e4gt einen schmuddeligen olivgr\u00fcnen Arbeitsanzug, gr\u00fcne Gummistiefel und ein K\u00e4ppi. Die quirlige kleine Frau s\u00e4ubert einen wei\u00dfen Kleintransporter innen und au\u00dfen. Seit einem Jahr arbeitet sie hier, jeden Tag von 8 bis 19 Uhr, au\u00dfer freitags. Eigentlich besitzt sie ein Diplom in Fotografie und Informatik, aber das half ihr wenig. Sie blieb ohne Job, bis sie an der Tankstelle nach Arbeit fragte. &#8222;Ich wusste, dass sie von einer Frau gef\u00fchrt wird&#8220;, erz\u00e4hlt sie. &#8222;Ich habe gleich angefangen.&#8220;<br \/>\nNaima ist verheiratet und hat zwei Kinder. Wie ihr Mann verdient sie rund 100 000 Dinar &#8211; gut 1000 Euro &#8211; im Monat, aber sie erh\u00e4lt au\u00dferdem noch Trinkgelder. &#8222;Ich bringe mehr Geld nach Hause als er&#8220;, sagt sie und lacht. Jeden Morgen gebe sie ihm 200 Dinar, &#8222;f\u00fcr seine Zigaretten und sein Mittagessen&#8220;. Verkehrte Welt in Algerien.<br \/>\nSeit dem Ende des m\u00f6rderischen B\u00fcrgerkriegs zwischen radikalen Islamisten und der Regierung zu Beginn des neuen Jahrtausends befindet sich dieses Land im Umbruch. An den Oberschulen finden sich mehr M\u00e4dchen als Jungen; knapp 61 Prozent aller Universit\u00e4tsabsolventen sind mittlerweile Frauen. &#8222;F\u00fcr viele Frauen stellt die Ausbildung das einzige Fenster zur Au\u00dfenwelt dar&#8220;, erkl\u00e4rt die Journalistin Zeinab Ben Zita. Je h\u00f6her die Bildung, desto gr\u00f6\u00dfer ist die Chance auf Eigenst\u00e4ndigkeit.<br \/>\nAlgerien ist ein junges Land. Etwa die H\u00e4lfte der Einwohner ist keine 25 Jahre alt. Vor allem unter den jungen M\u00e4nnern grassiert die Arbeitslosigkeit &#8211; junge Frauen dagegen sind h\u00e4ufig bildungsbeflissener, flexibler und nutzen ihre Chancen besser. Sie nehmen, was sie bekommen. Sie machen mittlerweile ein Drittel aller Besch\u00e4ftigten aus, stellen mehr als die H\u00e4lfte des Universit\u00e4tspersonals, 60 Prozent des Personals in den Krankenh\u00e4usern, 30 Prozent der Richter und \u00fcber 55 Prozent der Journalisten. Im Parlament sitzen 30 Frauen, 11 Frauen haben h\u00f6here Regierungsposten inne, darunter die Ministerin f\u00fcr Kultur und drei Staatsministerinnen.<br \/>\nDie Regierung f\u00f6rdert diese Art der Emanzipation durch Studium und Jobs. Der Staat ist in Algerien \u00fcberdies der gr\u00f6\u00dfte Arbeitgeber.<br \/>\nTouazi Fatiha arbeitet f\u00fcr ein staatliches Unternehmen in einem f\u00fcr Frauen in der arabischen Welt untypischen Job. Sie ist seit sechs Jahren Bahnhofsvorsteherin im Agha-Bahnhof mitten in Algier. Ihr unterstehen 107 Angestellte, 7 davon sind Frauen. 80 Z\u00fcge muss sie Tag f\u00fcr Tag durch ihren Bahnhof schleusen. Sie arbeitet meist zehn Stunden.<br \/>\nAuch Fatiha ging zuerst an die Universit\u00e4t, sie hat einen Abschluss in Biotechnologie, und fand bald einen Job in einem Lebensmittelkonzern. Drei Jahre blieb sie dort, dann ging die Firma pleite, und sie war arbeitslos. In ihrem Fachgebiet fand sie keine Anstellung mehr, deshalb bewarb sie sich auf eine Anzeige der Eisenbahngesellschaft, die nach Frauen mit Studienabschluss suchte.<br \/>\nHeute gibt es 14 Bahnhofsvorsteherinnen in Algerien, 5 davon in der Hauptstadt. Die Eisenbahngesellschaft besch\u00e4ftigt Lokf\u00fchrerinnen, Technikerinnen und dazu Frauen in der Zug\u00fcberwachung. &#8222;Wir haben die gleichen Rechte und k\u00f6nnen genauso viel Verantwortung \u00fcbernehmen wie die M\u00e4nner&#8220;, sagt Fatiha. Sie ist das Musterbeispiel einer Karrierefrau: unverheiratet, ehrgeizig, intelligent. Sie l\u00e4chelt viel, wirkt freim\u00fctig, ihre Autorit\u00e4t ist angenehm unaufdringlich. &#8222;Ich bin gl\u00fccklich da, wo ich jetzt bin, und ich will in diesem Unternehmen Karriere machen, das ist mein Ziel.&#8220;<br \/>\nLeila Hamouda, 35, hat ebenfalls einen f\u00fcr arabische Verh\u00e4ltnisse ungew\u00f6hnlichen Job. Sie geh\u00f6rt einer Spezialeinheit der Polizei an. Seit 14 Jahren ist sie im Dienst, die einzige Frau in ihrem Revier. Sie tr\u00e4gt den dunkelblauen Overall ihrer Einheit, dazu ein blaues K\u00e4ppi und eine Pistole im Halfter. Respekt sei nie ein Problem gewesen, sagt die zweifache Mutter. Sie erzielt gew\u00f6hnlich die besten Ergebnisse am Schie\u00dfstand und war zudem im Team der Leibw\u00e4chter f\u00fcr den Pr\u00e4sidenten.<br \/>\nIn Algerien garantiert die Verfassung die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Allerdings hebt das seit 1984 geltende Familiengesetzbuch manchen Fortschritt wieder auf: &#8222;Im \u00f6ffentlichen Leben sind die Frauen um ihre Rechte besorgt, aber in der Familie akzeptieren sie ihre Unterwerfung&#8220;, sagt Nadia Ait Zai, eine Juristin und Frauenrechtlerin.<br \/>\nFrauen k\u00f6nnen in Algerien seit 2005 die Scheidung vor Gericht einreichen, doch heiraten d\u00fcrfen sie nach wie vor nicht ohne Zustimmung und Unterschrift eines m\u00e4nnlichen Angeh\u00f6rigen. Im Familienrecht gelten sie weiter als Unm\u00fcndige. &#8222;Wir sind auf dem Weg in eine moderne Gesellschaft, aber es ist nicht so offensichtlich, weil wir uns noch in einem Konflikt zwischen Tradition und Moderne befinden&#8220;, sagt Ait Zai.<br \/>\nAn der kleinen Tankstelle im Zentrum von Algier ist Moudjed Naima mit dem Reinigen des wei\u00dfen Kleintransporters fertig. Sie wedelt mit ihrem Tuch noch einmal kurz \u00fcber die Armaturen und schaut sich dann um, was jetzt f\u00fcr sie zu tun ist.<br \/>\nAMIRA EL AHL<br \/>\nVon Amira El Ahl\n<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Wegbereiterin f\u00fcr diese Entwicklung in Algerien ist die Frauenrechtlerin und Filmemacherin Assia Djebar (leider verstorben). Algerien zeigt in hervorragender Weise wie sich eine Gesellschaft mit den Frauen unter dem Koran entwickeln kann. 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