{"id":2948,"date":"2010-06-20T19:24:39","date_gmt":"2010-06-20T18:24:39","guid":{"rendered":"http:\/\/apo-troisdorf.de\/wordpress\/?p=2948"},"modified":"2010-11-27T18:15:43","modified_gmt":"2010-11-27T17:15:43","slug":"bildung-ist-der-schlussel-gegen-macho-allurenislam-und-gewaltbereitschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/apo-troisdorf.de\/wordpress\/2010\/06\/20\/bildung-ist-der-schlussel-gegen-macho-allurenislam-und-gewaltbereitschaft\/","title":{"rendered":"Bildung ist der Schl\u00fcssel gegen Macho-All\u00fcren\/Islam und Gewaltbereitschaft"},"content":{"rendered":"<p>Zum Thema einen Beitrag von Kerim Pamuk, einem t\u00fcrkischst\u00e4mmigen Autor: &#8222;Dort wo eine Mutter hinschl\u00e4gt, wachsen Rosen&#8220;; besagt ein von T\u00fcrken gerne halb im Scherz zitiertes Sprichwort. In der Praxis sind es aber wohl eher die V\u00e4ter, die f\u00fcr eine gewaltt\u00e4tiges Klima in den muslimischen Familien sorgen. Verbieten<!--more--> und schlagen, damit meinen sie, ihren Beitrag zur Erziehung geleistet zu haben. Was dar\u00fcber hinausgeht, \u00fcberlassen sie gerne den Lehrern. So erleben muslimische Jugendliche zu Hause allt\u00e4gliche Gewalt und Sprachlosigkeit, dazu kommt oft ein Scheitern in der Schule, Langeweile, das Gef\u00fchl der Ausgrenzung und Perspektivlosigkeit &#8211; dann fehlt oft nur eine Funke, der den Anlass zum Zuschlagen auch au\u00dferhalb der eigenen vier W\u00e4nde liefert. Und diesen Funken liefern Imame und islamistische Prediger bereitwillig. Ich selbst durfte als Jugendlicher h\u00f6ren, was in t\u00fcrkischen Koranschulen in Hamburg gepredigt wird: &#8222;Die Deutschen essen Schweinefleisch und werden dadurch selbst zu Schweinen. Sie sind alle dreckig. Ein guter Muslim h\u00e4lt sich von ihnen fern:&#8220; Das war zwar in den Achtzigerjahren, aber seitdem hat sich leider an den Ansichten der Prediger nicht viel ver\u00e4ndert. Dazu vermitteln die Imame ein steinzeitliches m\u00e4nnliches Rollenbild. Als Mann und Chef im Haus darf man durchaus einmal zuschlagen, wenn einem die Argumente ausgehen. Getreu dem Motto &#8222;Gewalt ist keine L\u00f6sung, wenn man nur dar\u00fcber redet&#8220;.<br \/>\nWas dagegen hilft? Zun\u00e4chst muss man die Eltern in die Pflicht nehmen. Schl\u00e4ge aus den Familien verbannen ist ein langwieriger Prozess &#8211; wie &#8222;normal&#8220; k\u00f6rperliche Z\u00fcchtigungen auch unter Christenmenschen noch vor wenigen Jahren waren,     durften wir erst k\u00fcrzlich von Bischof Mixa lernen. Gegen Macho-All\u00fcren und ein Gewalt rechtfertigendes Islambild m\u00fcssen Staat und Gesellschaft aber etwas unternehmen.  Der Schl\u00fcssel dazu ist Bildung. Damit ist zweierlei gemeint: Erstens muss das Bildungssystem Kindern aus Migratenfamilien mehr Chancen auf gute Schulabschl\u00fcsse geben. Zweitens brauchen muslimische Jugendliche Islamunterricht in ihren Schulen, in dem sie ein anderes Bild von ihrer Religion vermittelt bekommen als in der Moschee.<br \/>\nWie w\u00e4re es, wenn eine Islamlehrerin &#8211; ob mit oder ohne Kopftuch -mit muslimischen Jugendlichen \u00fcber ihre Religion diskutiert, statt nur zu dozieren wie der Imam? Wenn sie mit den jungen Leuten selbst den Koran interpretiert und die verschiedenen Deutungsm\u00f6glichkeiten aufzeigt, statt eine Doktrin zu vertreten? Wie w\u00e4re es, wenn ein muslimischer Lehrer aufzeigt, welche Tradition der Toleranz es in den muslimischen Gesellschaften gab und gibt, statt nur einen einzigen Weg zu predigen? Solche Lehrer k\u00f6nnten Vorbilder sein f\u00fcr junge M\u00e4nner &#8211; aber auch f\u00fcr die jungen muslimischen Frauen, die zwar die deutsche Gesellschaft nicht mit Gewalttaten irritieren, aber teilweise \u00e4hnliche Identit\u00e4tsprobleme haben wie ihre Br\u00fcder. Sie k\u00f6nnten vorleben, dass es m\u00f6glich ist, ein guter Muslim und ein Teil der deutschen Gesellschaft zu sein.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus sollte das deutsche Ausbildungssystem auch den Moscheen Alternativen zu den &#8222;Importimamem&#8220; anbieten, die sie zurzeit besch\u00e4ftigen. Diese Imame aus den Heimatl\u00e4ndern der Moscheenbetreiber kennen Deutschland und die Probleme der hier lebenden Muslime zumeist \u00fcberhaupt nicht, sprechen kaum Deutsch und vertreten einen streng konservativen Islam.<br \/>\nWas wir brauchen, sind neue Islamlehrer an den Schulen und neue Imame an den Moscheen. Die Innenminister m\u00fcssen endlich die falsche Scheu vor den konservativen Vertretern der muslimischen Verb\u00e4nde ablegen, die gerne bestimmen wollen, wer Imame ausbilden darf und was sie lehren sollen. Diese Verb\u00e4nde sprechen gerne f\u00fcr alle Muslime in Deutschland, vertreten aber in  Wahrheit nur einen Bruchteils. Ihnen geht es vor allem um die Sicherung ihres eigenen Einflusses auf k\u00fcnftige Lehrerinnen und Lehrer und damit um die Verbreitung dessen, was sie jeweils f\u00fcr den &#8222;wahren Islam&#8220; halten.<br \/>\nDeutsche Politiker d\u00fcrfen sich aber weder von ihnen instrumentalisieren lassen noch meinen, sie m\u00fcssten nun selbst definieren, was der &#8222;wahre Islam&#8220; ist, denn diesen gibt es schlicht nicht. Die Innenminister m\u00fcssen vielmehr selbstbewusst im Interesse der jungen Muslime handeln, indem sie Lehrst\u00fchle f\u00fcr die Ausbildung von Islamlehrern und Imamen einrichten und diese mit frommen Islamwissenschaftlern besetzen. Mit Musliminnen und Muslime, die in Deutschland aufgewachsen und ausgebildet sind, die einen weltoffenen, diskussionsfreudigen, friedfertigen Islam verk\u00f6rpern und lehren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Thema einen Beitrag von Kerim Pamuk, einem t\u00fcrkischst\u00e4mmigen Autor: &#8222;Dort wo eine Mutter hinschl\u00e4gt, wachsen Rosen&#8220;; besagt ein von T\u00fcrken gerne halb im Scherz zitiertes Sprichwort. In der Praxis sind es aber wohl eher die V\u00e4ter, die f\u00fcr eine gewaltt\u00e4tiges Klima in den muslimischen Familien sorgen. 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