{"id":341,"date":"2009-08-15T12:12:19","date_gmt":"2009-08-15T10:12:19","guid":{"rendered":"http:\/\/apo-troisdorf.de\/wordpress\/?p=341"},"modified":"2009-10-17T14:28:31","modified_gmt":"2009-10-17T12:28:31","slug":"atomkraft-fur-und-wider","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/apo-troisdorf.de\/wordpress\/2009\/08\/15\/atomkraft-fur-und-wider\/","title":{"rendered":"Atomkraft &#8211; F\u00fcr und Wider"},"content":{"rendered":"<p>Wir brauchen Atomenergie, hei\u00dft es, weil wir beim Erd\u00f6l zu sehr auf Importe angewiesen sind. Aber auch Uran muss importiert werden. Die gr\u00f6\u00dften Uranerzreserven liegen nach Angaben der internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) in den USA, Niger, Australien, Kasachstan, Namibia, S\u00fcdafrika, Kanada, Brasilien, Russland, Ukraine und Usbekistan. Dass einige diese L\u00e4nder stabile Demokratien sind, ist kein Argument, denn man k\u00f6nnte dort auf demokratischem Weg beschlie\u00dfen, kein Uran mehr zu f\u00f6rdern oder zu exportieren, oder man k\u00f6nnte es f\u00fcr sich selbst behalten. Auch das Meer enth\u00e4lt Uran. Na und? Das Meer enth\u00e4lt jede Menge Wasser, und trotzdem gibt es Wassermangel auf der Welt.<\/p>\n<p>Atomreaktoren brauchen nur wenig Brennstoff. Das stimmt, wenn man z. B. den Verbrauch von Kohle mit dem von Uran vergleicht. Aber Uran kommt nicht rein vor, sondern meist nur in geringen Konzentrationen. Es wird schon bei einer Konzentration von 0,3 % und weniger abgebaut. Um diesen wenigen Brennstoff zu gewinnen, muss man ungleich viel mehr an Gestein abbauen. Au\u00dferdem muss das Uran noch aufw\u00e4ndig weiterverarbeitet werden, bis es sich als Brennstoff eignet. Hierzu muss viel Energie aufgewendet werden.<\/p>\n<p>Atomenergie ist umweltfreundlicher als Energie aus Kohle oder Erd\u00f6l, weil kein klimasch\u00e4dliches Kohlendioxid entsteht. Dass kein Kohlendioxid entsteht, ist aber nur richtig, wenn man die enormen Energiemengen au\u00dfer Acht l\u00e4sst, die zur Gewinnung des Urans und der Anreicherung der radioaktiven Uranisotope ben\u00f6tigt werden. Atomkraftwerke brauchen zudem wie andere Kraftwerke gro\u00dfe Mengen an K\u00fchlwasser, und insbesondere: Sie erzeugen Radioaktivit\u00e4t, die wesentlich sch\u00e4dlicher f\u00fcr die Umwelt (und f\u00fcr uns Menschen) ist als Kohlendioxid.<\/p>\n<p>Radioaktivit\u00e4t ist deshalb besonders heimt\u00fcckisch, weil auch bei vergleichsweiser geringer Dosierung b\u00f6se Folgen eintreten k\u00f6nnen, die aber erst sp\u00e4ter sichtbar werden: Krebserkrankungen und Sch\u00e4digungen des Erbguts. Bef\u00fcrworter der Atomenergie weisen darauf hin, dass die Strahlung bei st\u00f6rungsfreiem Betrieb geringer ist als die allgegenw\u00e4rtige nat\u00fcrliche kosmische Strahlung. Aber auch die kosmische Strahlung ist keineswegs unsch\u00e4dlich.<\/p>\n<p>Deutsche Atomkraftwerke &#8211; hei\u00dft es &#8211; sind sicher &#8211; und deswegen muss man Atomstrom in Deutschland erzeugen und nicht im Ausland kaufen. Es stimmt, dass deutsche Atomkraftwerke sicherer sind als manche alten in Osteuropa. <strong>Aber 100-prozentige Sicherheit gibt es einfach nicht<\/strong>. Ein richtig gro\u00dfer St\u00f6rfall in einem Kernkraftwerk h\u00e4tte &#8211; anders als eine Katastrophe in einem &#8222;normalen&#8220; Kraftwerk &#8211; nicht nur direkte Folgen, sondern es k\u00f6nnte dadurch ein gro\u00dfes Gebiet um das Kraftwerk herum f\u00fcr Jahrzehnte oder noch l\u00e4nger nicht nur unbewohnbar, sondern auch unbetretbar bleiben (Tschernobyl).<\/p>\n<p>Das entscheidende Problem bei der Atomenergie aber ist der radioaktive Abfall. Und dazu geh\u00f6rt auch das Kraftwerk selbst, wenn es au\u00dfer Betrieb geht. Nicht nur die Reste des Brennstoffs sind radioaktiv, sondern auch gro\u00dfe Teile des Kraftwerks selbst werden durch die Strahlung, der sie beim Betrieb ausgesetzt sind, mit der Zeit radioaktiv und m\u00fcssen endgelagert werden. Teile des Abfalls sind nur relativ kurze Zeit oder auch wenige Jahre radioaktiv. Andere m\u00fcssen f\u00fcr immer sicher eingelagert werden. Das kostet Geld, und daf\u00fcr gibt es bis jetzt immer noch keine richtige L\u00f6sung. Nachzulesen im Internet unter &#8222;Endlagerung und\u00a0 Halbwertzeit&#8220;.<\/p>\n<p>Anmerkung: 6-8 Jahre nach Inbetriebnahme des AKW`s in Kr\u00fcmmel traten vermehrt Leuk\u00e4mief\u00e4lle bei Kindern auf. Der\u00a0 Zusammenhang mit dem Betrieb des AKW\u00b4s\u00a0 konnte zwar bis heute nicht eindeutig nachgewiesen werden, die Tatsache an sich ist aber mehr als bedenklich.<\/p>\n<p>Eine sichere Endlagerung des strahlenden gef\u00e4hrlichen Atomm\u00fclls ist bisher nicht gefunden. Gorleben und Asse scheiden aus. Frankreich verbringt seinen strahlenden M\u00fcll zum russischen Atomkraftwerk in Tomsk zur oberirdischen Lagerung. In Russland sind schon Gew\u00e4sser radioaktiv verseucht. s. auch Atomkraft in Russland.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir brauchen Atomenergie, hei\u00dft es, weil wir beim Erd\u00f6l zu sehr auf Importe angewiesen sind. 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