KiBiz

KiBiz ist ein Spargesetz.

Der CDU-Ministerpräsident verspricht 150 Millionen Euro mehr – tatsächlich aber fängt das gerade mal die Kürzungen der vergangenen Jahre auf. Bei den Personalkosten wird hingegen kräftig gespart. Die Pauschale, auf der die Finanzierung basiert, berücksichtigt die Altersstruktur der Mitarbeiter nicht. Außerdem wird die Sonderförderung für Einrichtungen in sozialen Brennpunkten zusammen gestrichen.Auf den Kosten bleiben die Kommunen und Träger hängen. Von versprochenen Verbesserungen der Betreuung für Kinder unter 3 Jahren bleibt nichts übrig: künftig bleiben nur noch zwei Fachkräfte für Gruppen mit zehn Kindern in diesem Alter. Probieren Sie das mal zu Hause aus. Darüber hinaus werden die Stunden der Einrichtungsleiter gekürzt. Sie sollen gleichzeitig Kinder betreuen und administrative Aufgaben übernehmen. Die Aufgaben werden größer – und die Personalausstattung wird radikal ausgedünnt.
Schwarz-gelb will die individuelle Betreuung verbessern. Tatsächlich aber ist die Finanzierung abhängig von den Kopfpauschalen.
Wer eine bessere Finanzausstattung braucht, muss mehr Kinder in eine Gruppe stecken. Höchstgrenzen für die Gruppengröße definiert KiBiz nicht. Kommen nun noch die Kinder unter 3 Jahren hinzu, wird kaum mehr Zeit für „sauber, satt und trocken“ übrig bleiben.
25,35 oder 45 Stunden: Eltern sollen die Betreuungszeiten wählen können. Das klingt gut, bringt aber jede Menge Probleme, denn die Finanzierung ist an diese Zeiten gekoppelt.
Jedes Jahr entscheidet die Nachfrage über die Personalausstattung. Eltern können sich nicht
darauf verlassen, dass stets die für ihr Kind nötige Betreuungszeit auch wirklich angeboten wird. Auch die Arbeitsplätze der Erzieherinnen werden unsicherer. Das Personal wird häufig wechseln. Für gute und verlässliche Betreuung brauchen wir aber Fachpersonal, dem Eltern und Kinder vertrauen können. Mit dem im Gesetz vorgesehenen Stundenangebot sind kleinere Kitas überfordert und werden aus dem vielfältigen Betreuungsangebot verschwinden. Dieses Spargesetz wurde im Jahre 2008 erlassen also zu einer Zeit, in der Wirtschaftskriese kein Thema war. Dies zeigt deutlich den Bildungsstellenwert der derzeitigen Koalition. Diese fährt die Bildung und damit die Zukunft unserer Kinder und des Landes an die Wand. Dazu empfehle ich eine Ausarbeitung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, 31 Fragen – 31 Antworten. Mit dem KiBiz wurde NRW kinder- und familienfeindlichestem Land in der Bundesrepublik umgestaltet.Nachzulesen unter:
www.gew-nrw.de/lenarydata/dowload/KiBizFragenGEW.pdf

Lesen Sie dazu bitte auch die Expertise zur früh-kindlichen Erziehung
Auch hier ist die derzeitige Landesregierung restlos überfordert. Auch hier sollten ab Mai 2010 anderen Parteien ran.

Tags »

Autor:
Datum: Sonntag, 9. August 2009 11:43
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Allgemeines, Landespolitik, Politik

Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Diesen Artikel kommentieren

Kommentar abgeben